Ein Marathon als Trainingslauf - Der Weiltalweg Landschaftsmarathon


Bei meinen ersten beiden Marathonrennen habe ich ja immer die Leute bewundert die scheinbar locker ins Ziel gelaufen sind und sich am Buffet bedienen konnten ohne das denen schlecht wurde. Wie machen die das bloß? Das die überhaupt noch stehen können!
Das habe ich mich gefragt während ich in irgendeiner Ecke zusammengekauert saß und mir speiübel war. Ich nichts vom Zielbuffet essen oder gar trinken konnte. Es war eine Qual.

Heute bin ich so jemand! Ich laufe nach 3:46 ins Ziel ein und mir gehts wunderbar. Klar, ich bin müde und auch ein Trainingslauf ist alles andere als einfach. Aber ich kann danach essen, trinken und auch ganz normal gehen. Kurz gesagt: Mir geht es so wie es halt einem nach einem Trainingslauf geht. Müde, kaputt, abgekämpft, aber nicht so das ich jetzt eine Woche Pause machen müsste. Das wäre auch gar nicht möglich! Jetzt steht die Peakwoche an, d.h. die Woche mit den meisten gelaufenen Kilometern. Fast 120 Kilometer werden es diese Woche wenn alles so klappt wie ich mir das vorstelle. Das härteste wird das Wochenende: 30 - 10 - 40 Kilometer am Freitag, Samstag und Sonntag. Typisches Training für einen Ultra.


Das war meine wohlverdiente Zielverpflegung. es tut sich unheimlich gut wenn man nach so einem Lauf essen kann und der Magen nicht verrückt spielt. Das hatte ich schon ganz anders. Auch bei Traningsläufen kommt es hin und wieder vor das ich stundenlang danach mit Magenschmerzen zu kämpfen habe und nichts runterbekomme. Ich genoss es einfach! Aber nicht falsch verstehen, dies gab es nicht umsonst. Für dieses Essen musste man bezahlen;-) Die kostenlose Zielverpflegung war sehr erbärmlich für einen Marathon. Anders kann ich das nicht beschreiben. Schade das man da die Läufer nochmal zur Kasse bittet am Ende des Laufs. Zumindest war es lecker und auch nicht überteuert.

Wie kam ich eigentlich zu der Idee bei diesem Marathon zu laufen? Nunja, ich hätte eh 40km laufen müssen am Sonntag - daher war es auch nicht so schlimm einen ganzen Marathon zu laufen. Katrin und Holger von Twitter brachten mich nochmal in Erinnerung das dieser Marathon stattfindet. Vorher hatte ich diesen Lauf schon im Blick, war aber unentschlossen ihn zu laufen da er meist bergab geht. Ich wollte aber schlussendlich doch daran teilnehmen und auch diese Veranstaltung unterstützen. So ging es also am frühen Sonntag Morgen um 7 Uhr Richtung Feldberg im Taunus.
In dieser Gegend war ich noch nie und kann es gar nicht glauben das dies nur 50 Minuten von Zuhause entfernt ist. Eine ganz andere Welt. Die Twitterbande war auch vertreten und man hielt einen kurzen Plausch miteinander. Immer wieder schön zu sehen das die Leute die man virtuell kennt im echten Leben nette Menschen sind mit denen man sofort Gesprächsthemen hat. Ich freue mich schon darauf euch wieder am Rennsteig zu sehen. Und Katrin: Es wird bestimmt nicht weh tun, sind doch nur 73km:-p


Das war vor dem Start! Ich bin übrigens äußerst dankbar das meine Familie (Frau + unsere Hündin Ebby) das alles mitmacht. Mit zum Start geht und auch immer am Ziel auf mich wartet. Da kann ich gar nicht genug Danke dafür sagen!!!

Zum Lauf selber: Landschaftlich natürlich sehr schön, das Wetter war leider doch teilweise sehr kalt. Aber ich war gut warm angezogen. Wäre ich den Marathon auf Tempo gelaufen hätte ich wahrscheinlich kurze Sachen angezogen. Aber so war mir es wichtiger nicht zu frieren da es ja ein lockerer Lauf werden soll. Es ging an Straßen, Burgen und auch durch die Wälder vorbei. Ein paar kurze Anstiege waren vorhanden, aber nichts was jetzt erwähnenswert wäre. Vielleicht die erste Steigung bei Kilometer 6, aber danach ging es überwiegend flach bis bergab. In der Ausschreibung stand das dieser Marathon 600hm hat, meine Uhr zeigte aber nur die Hälfte an. Das war eine kleine Enttäuschung. Positiv war die gute Streckenabsperrung durch die freiwilligen Feuerwehren und die Polizei. Danke dafür!
Es ging durch vereinzelte Dörfer deren Namen ich vergessen habe. Wohnen möchte ich in dieser Ecke nicht dachte ich mir ein paarmal. Sah schon alles sehr verfallen aus. Hätte ich so nicht gedacht!
Ins Ziel kam ich mit einer 3:46! Das war auch so geplant.


Wir blieben danach noch eine Nacht am Zielort Weilburg. War ganz ok! Die Stadt selber kann man sich mal anschauen, aber da reicht wirklich eine Nacht. Den Marathon selber kann ich auch nur empfehlen. 35 gut angelegte Euro, jede 5km Verpflegung eine schöne abwechslungsreiche Strecke.


Peakwoche

Unter Läufern wird die Woche mit den meisten Kilometern Peakwoche genannt. Das ist sozusagen der Höhepunkt der Vorbereitung. Das wird für mich eine sehr anstrengende Woche. Danach gehts langsam ins Tapering.

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